Pflegetipps für die Still- und Wöchnerinnenzeit

Es gibt so unglaublich viel, was man vermeintlich wissen „muss“, was das Stillen und auch das Abstillen betrifft. Und über Säuglinge gibt es insgesamt schier unendlich viele Informationen, die man keinesfalls verpassen darf. Und das Stillen und das ganze Drumherum ist auch wirklich hochinteressant, wissenswert, zudem intim, liebevoll und vor allem gut gemeint. Doch was eigentlich wirklich ein bisschen fehlt ist eine kompakte Informationsquelle darüber, wie man sich selbst pflege kann und darf oder gar soll, gerade während der Stillzeit, wo man ja bereits im Krankenhaus gesagt bekommt, dass Deo wohl ab sofort verboten sei. Damit habe ich mich im folgenden Artikel befasst.

Ich hab kürzlich entbunden – ich komme kaum dazu, meine Kleidung zu wechseln und zu duschen

Das ist denkbar, aber nicht gut. Jede frisch gebackene Mama sollte sich zwingend Zeit für sich selbst nehmen, der Haushalt wartet. Ich habe übrigens sogar schon von Vätern gehört, die phänomenal gut selbst abwaschen können. Und es soll sogar Schwiegermütter und überhaupt Großeltern geben, die die Wöchnerin und das Baby gern besuchen wollen. Wie wäre es, wenn dieser Besuch von unterwegs einfach mal Abendessen mitbringt?

Ein Vollbad ist nun ja zunächst für die kommenden Wochen leider verboten, wenngleich das sicher ausgesprochen entspannend wäre. Aber das Duschen ist ausdrücklich erlaubt. Und danach ist jeder Wöchnerin. Wir Damen haben nur leider zusätzlich ein kleines Problem: Wir neigen zur übermäßigen Hygiene. Das hat oft Vaginalpilzerkrankungen zu Folge, die sich durch sehr unangenehme Symptome äußern. Im Grunde ist das auch ganz einfach erklärt: Wir Frauen zerwaschen regelrecht unsere Flora, weil wir es (zu) gut meinen. Seife wird noch und nöcher verwendet, bis der pH-Wert eben kippt und Keime sich dort richtig wohl fühlen können, denn die Abwehr schlummert ja sozusagen.

Symptome werden hier sein: Juckreiz, Brennen, Ausfluss, Schmerzen bis hin zu Blutungen. Es hilft hier das offene Gespräch mit dem Gynäkologen, der ein Kombinationspräparat empfehlen kann, um diese Beschwerden zu lindern und den Pilz auszumerzen.

Wie gehe ich nun mit meiner Kleidung um?

Still-BHs sind im Allgemeinen nicht unbedingt reizend anzusehen, aber pflegeleicht, denn sie sind ziemlich heiß waschbar. Sie sind aus derbem Material, sodass sie auch eine Kochwäsche vertragen. Beim Still-BH genügt aber oft auch schon die 60-Grad-Wäsche.

Mit Slips wirst Du Dich gedanklich bereits lange vor der Entbindung auseinander gesetzt haben. Was ich persönlich als wahrlich vorteilhaft empfand, sind Wegwerfslips, die es in der Drogerie zu erwerben gibt. Diese können dann direkt nach der Benutzung im Abfall landen und müssen nicht ausgekocht werden. Vor allem bei Patientinnen, die einen – womöglich ungeplanten – Kaiserschnitt hatten, sind diese Einmal-Schlüpfer sehr beliebt. Warum? Ganz einfach: Der Bund sitzt etwas höher und ist deutlich weicher, als bei „echter“ Unterwäsche. Und eine Kaiserschnittnarbe ist, direkt nach dem Eingriff, eben eine schmerzempfindliche Stelle, die man einfach gern schont.

Tipps für Hygieneartikel

Tampons sind verboten, Deo ist verboten, Parfüm auch. Ersteres stimmt natürlich, es dürfen nur große Slipeinlagen verwendet werden, keine Tampons.
Deodorant und Parfüm gilt daher als verboten, weil das Baby seine Mama riechen und nicht unter Chemie leiden soll. Auf Deo-Spray direkt vor dem Stillen verzichtete ich damals auch, allein wegen der Schwebeteilchen, die ja schon mir, als Erwachsenem in der Nase kribbeln. Aber auf meinen Deo-Roller konnte ich beim besten Willen nicht verzichten.

Babys Kleidung sollte übrigens nicht unbedingt mit Weichspüler gewaschen werden. Das hat den Hintergrund, dass auf Inhaltsstoffen von Weichspülern jede Menge Allergien basieren, unter denen Säuglinge immer öfter leiden. Weich wird Wäsche dennoch, im Allgemeinen tragen die Kleinsten die Kleidungsstücke ja meist nicht öfter als 5 Mal vielleicht und im Zweifel können sie auch eine Runde im Wäschetrockner mittoben. Insgesamt sollte jedoch beim Kauf der Babykleidung darauf geachtet werden, dass die Sachen bei mindestens 60 Grad Celcius gewaschen werden können, besser noch bei 90 Grad Celsius.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis: Brustwarzen und Vorhöfe werden zu Beginn der Stillzeit in Mitleidenschaft gezogen, es kann auch kleine Blutungen geben. Da sich ja auch schnell mal der eine oder andere Tropfen Muttermilch ungefragt verabschiedet, sind Stilleinlagen anzuraten. Und es gibt diverse Crémes, die die Brustwarzen weniger empfindlich machen und dem Baby nicht schaden. Das beschleunigt den Heilungsprozess und entspannt zusätzlich.

Foto © JackF – Fotolia.com

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*