Ruiniert Stillen den Busen?

Eine der Urängste von uns Frauen ist, dass unser Dekolleté nach dem Stillen gar nicht mehr ansehnlich ist. Das ist keine reine Frage der Eitelkeit, weit gefehlt. Sondern: Evolutionär hochgradig wichtig, dass wir weiterhin zum einen mit uns selbst im Reinen sind und zum Anderen, dass wir weiterhin für unsere Herren der Schöpfung attraktiv wirken, denn das sichert sozusagen den Fortbestand unserer Art. Klingt tierisch, ist aber so. Und ja – unser Körper verändert sich, sowohl während der Schwangerschaft, als auch danach. Jedoch in der Tat nicht gerade zu unserem Nachteil, wenngleich das eine Frau, die das hier aktuell ließt und kurz vor der Entbindung steht, kaum zu glauben vermag.

Die Veränderung der Haut

Das Bindegewebe ist von Frau zu Frau ausgesprochen unterschiedlich. Manche haben schöne, straffe Haut und nahezu gar keine Dellen an Oberschenkeln und Gesäß.

Zu diesen Frauen gehöre ich. Nicht!

Sondern eher zu den Anderen: Nach einem ordentlichen Wachstumsschub mit 13 riss bereits das Unterhautfettgewebe an den Oberschenkelinnenseiten, dabei war ich ja wirklich schlank. Aber da hat es eben Mutter Natur nicht ganz so gut mit mir gemeint.

Während der Schwangerschaft stellt sich ganz viel am Körper der werdenden Mutter um, das Gewebe wird weicher, damit auch der Geburtsvorgang für Mutter und Kind etwas leichter geht. Gerade im Beckenbereich muss alles flexibel und weich sein, sodass es der Kindskopf auch nicht so schwer hat, das Licht der Welt zu erblicken.

Das Bindegewebe am Bauch

Unsere Bauchdecken, meine Damen, leisten wahrlich kleine bis mittelgroße Wunder! Darauf dürfen wir stolz sein. Manche von uns werden weniger ausladend sodass man sich im Nachhinein die Frage stellt, wo sie dieses verhältnismäßig große Baby denn nur in ihrem Bauch versteckt hatte.

Ich hatte 133 Zentimeter Bauchumfang, etwa eine Woche vor der Entbindung meiner Tochter. Das ist etwa so viel, dass alle Außenstehenden fest davon ausgingen, da kämen Zwillinge.

Und ich bin ganz ehrlich: Mein Bauch ist nicht mehr schön. Nicht mehr so schön, wie vor der Schwangerschaft und objektiv betrachtet schlicht alles andere, als im herkömmlichen Sinne „schön“.

Direkt im Anschluss an die Geburt, als ich das erste Mal den Gang zur Waage antrat, war ich wirklich erschüttert. Dieser doch eben noch so schöne, feste, kugelrunde, mit purer Liebe gefüllte Bauch war weg. Und übrig blieb eine leere, spannungsfreie Hülle. Und ja – in diesem Moment dachte ich ernsthaft über einen chirurgischen Eingriff nach. Und auch in der Woche danach. Und im darauffolgenden Monat. Und auch noch ein halbes Jahr später.

Ich tat es nie. Und: Man glaubt es kaum, ich kann wieder Kleider tragen. Sicherlich nicht jedes, aber beinahe. Ich bin ansehnlich, fraulich und eben weich. Und ich mag es. Und das macht mich vermutlich auch schön.

Das Bindegewebe der Brust

Hier gibt es unglaubliche Unterschiede. Es gibt Damen, deren Brust sehr leidet und die einen echten Hängebusen nach dem Stillen haben. Und es gibt Frauen, da verändert sich nicht viel. Zum Glück allerdings gibt es auch Frauen, deren Brust sogar noch schöner wird. Runder und weicher nämlich.

Eins sei mal gesagt: Nein, unsere Kinder saugen unsere Brust nicht leer. Das hat einzig und allein mit Veranlagung zu tun, da hilft keine Créme oder Massage.
Die Form und der Halt der Brust wird nicht durch das Stillen des Kindes beeinflusst, sondern die vorangehende Schwangerschaft. Während der Stillzeit selbst wird der Busen recht prall wirken gerade dann, wenn es wieder Zeit für eine Mahlzeit des Kindes ist.

Psssst, übrigens: Die nun sehr dunklen und breiten Brustwarzenvorhöfe ziehen sich wirklich wieder zurück, das bleibt so nicht.

„Schwangerschaftsstreifen“

Es gibt keine Schwangerschaftsstreifen. Das, was damit gemeint ist, sind Dehnungsstreifen die, wie bereits eingangs erwähnt, nicht zwingend auf einer Schwangerschaft begründet sind, sondern viel mehr eben an unverhältnismäßig schneller Dehnung der Haut.

Das heißt: Selbstverständlich kann es Streifen am Bauch geben, der Hüfte und eben auch am Busen.

Aber falls es auch nur einer einzigen Frau da draußen Mut machen sollte: Mein Busen ist wirklich okay. Nach deutlicher Gewichtszunahme und später wieder einer Reduktion, trotz des vollen Stillens über mehr als ein halbes Jahr hinweg.

Meine Streifen sind nämlich Rudeltiere. Die wohnen lieber am Bauch :) ich habe sie nun für mich als willkommene Male anerkannt die beweisen, dass dieser perfekte kleine Mensch ein Dreivierteljahr unter meinem Herzen wohnte.

Foto © igorborodin – Fotolia.com

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*