Stillen trotz Krankheit

Nestschutz gibt es leider nur für die Kleinen und nicht die Mamas.

Wie war das noch gleich? Man könne keinem Infekt erliegen während Schwangerschaft und Stillzeit? Das fällt einem ganz schnell wieder ein, wenn es dann doch soweit ist. Halsschmerzen, Schlappheit, Kopf- und Gliederweh und Schnupfen oder Kopfschmerz plagen und das Baby muss dennoch gestillt werden. Ist es denn dann auch ein Ammenmärchen, dass das Baby während der Stillzeit nach der Geburt einem besonderen Schutz unterliegt und daher doch eigentlich gar nicht erkranken kann? Oder sollte abgestillt werden, wenn Mama krank ist? Und wenn man stillt und krank ist, was kann man dann überhaupt einnehmen, um die eigenen Beschwerden zu lindern und dem Kind nicht zu schaden?

Es geht los mit dem berühmten Kratzen im Hals

Wenn man morgens schon mit geschwollenem Hals und schmerzender Kehle aufwacht, ist das ausgesprochen unangenehm. Was macht man da? Klar – Aspirin Complex Granulat hilft schnell und dann noch schnell eine Neo-Anging gelutscht und die Welt ist wieder in Ordnung. Aber wenn man schwanger ist, ist das alles etwas anders. Auch, wenn man stillt, überträgt man alles, was man zu sich nimmt, auch in voller Konzentration auf sein Baby.

Nun kann man es ja erstmal mit Milch und Honig versuchen oder Umschlägen und Tee. Aber es gibt leider auch Alltagssituationen, in denen man so nicht handeln kann. Beispielsweise ein ungeplanter Zahnarztbesuch: Ist hier die Betäubungsspritze denn erlaubt?

Wie verhält man sich, wenn man etwas einnehmen musste was während der Stillzeit nicht empfohlen ist?

Der sogenannte Nestschutz gilt für die Säuglinge, jedoch nicht, wie irrtümlich häufig angenommen, für die frisch gebackenen Mamas. Die Mamas also können sehr wohl während der Stillzeit erkranken. Selbstverständlich sollten nur Medikamente eingenommen werden, wenn das wirklich notwendig ist, aber es gibt inzwischen zum Glück ausreichend Mittel, die auch für stillende Mütter geeignet sind.
Genaue Auskunft würde ich direkt beim behandelnden Arzt, dem Apotheker oder auch der Hebamme einholen.

Sollte es nun so sein, dass die frisch gebackene und noch stillende Mama doch etwas zu sich nahm, was für das Kind schädlich sein könnte, muss sie reagieren. Beispielsweise kann es ja passiert sein, dass sie verunfallte und eine Spritze bekam und gar nicht einschreiten konnte. Hier wäre es empfehlenswert, wenn etwas Muttermilch frisch als Reserve eingefroren wäre oder eben anderweitig durch Ersatzmilch ausgeholfen werden kann.

Allerdings noch ein Hinweis, weil das so oft gefragt wird: Die Betäubungsspritze beim Zahnarzt ist unbedenklich, sie wirkt lokal. Zudem hat der Zahnarzt bis zu 4 verschiedene Mittel da, die injiziert werden können. Also sollte einfach vor der Behandlung dem entsprechenden Zahnarzt auch Bescheid gesagt werden, dass gestillt wird und dieser kann dann adäquat behandeln.

Sollte etwas planmäßig therapiert werden, kann die stillende Mutter Milch zuvor abpumpen und aufbewahren. So muss das Baby keine Fertigmilch aus Pulver bekommen, sondern ernährt sich weiterhin von echter Muttermilch. Allerdings gibt es keine mir bekannte Behandlung, bei nicht langfristig stillgerecht therapiert werden kann.

Was wären Alternativmittel während der Stellzeit?

Generell heißt es, dass Mittel mit nur einem einzelnen Wirkstoff besser sind als Kombinationspräparate. Allerdings gibt es viele Hausmittel, die das Kind über die Muttermilch nicht belasten und dennoch helfen: Inhalation (heißes Waser mit beispielsweise Salz), Rotlicht bei Nebenhöhlenproblemen, baden (nach der Wöchnerinnenzeit), Bettruhe oder auch homöopathische Präparate, die extra für frisch gebackene Mütter entwickelt worden sind.

Foto © Syda Productions – Fotolia.com

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*