Stillen und Kaffee

Ist Kaffee in der Schwangerschaft ein No-Go oder ein natürlicher Schwungbringer für den Kreislauf?

Es gibt viele Frauen, die innerhalb der Schwangerschaft plötzlich Lebensmittel oder Getränke nicht mal mehr riechen können, die sie zuvor mochten und umgekehrt. Vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft kommt das oft vor. Viele berichten, dass gerade rohes Fleisch Ekel erregte. Ich selbst kann da nicht mitreden, ich litt – zum Glück – nie unter Übelkeit oder Erbrechen und konnte auch alles essen, was ich zuvor ebenso gern aß und trank. Was mir allerdings auffiel war, dass ich den Geruch von nassem Metall gar nicht abkonnte. Das Putzen der Spüle war somit stets mit Luftanhalten verbunden. Worauf ich versuchte zu verzichten, aus mentalen Gründen, waren Kaffee und Cola. Ich wollte möglichst wenig Koffein zu mir nehmen, damit es mein Baby gut im Bauch hat.

st Verzicht wirklich notwendig?

Nein, das ist es nicht. Mir war auch damals sehr wohl bewusst, dass ich auf Kaffee oder Cappuccino nicht hätte verzichten müssen, aber ich hatte dabei einfach ein besseres Gefühl. Geschmacklich brauchte ich keinen Kaffee, Cola nicht zu trinken, fiel mir nicht schwer. Dachte ich. Mein Körper sagte etwas anderes. Doch dazu gleich mehr.

Wieso fällt es manchen Schwangeren so schwer, zu verzichten?

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft sieht man ja noch nichts vom Baby. Der Bauch bleibt zunächst flach, wenngleich er womöglich etwas gespannt ist. Dass man schwanger ist, muss man eben auch erst verinnerlichen, denn so ein kleiner Teststreifen kann zwar die Welt zum Wanken bringen, aber begriffen hat man es da noch nicht so richtig.

Schwangerschaft und Kaffee

Selbstverständlich ist es nicht schädlich, sich seinen Morgenkaffee zu gönnen. Genuss ist wichtig und macht zufrieden, was sich wiederrum auf das Baby im Kugelbauch auswirkt. Das Koffein, was binnen der Schwangerschaft reduziert werden sollte, befindet sich übrigens nicht nur im Kaffee, sondern auch in Tees und natürlich Cola.

200 mg Koffein sollten das Maximum sein, was die werdende Mama zu sich nimmt. Das entspricht etwa 2 Tassen Instant-Kaffee oder eben grünem Tee beispielsweise. Auf Energy-Drinks sollte generell verzichtet werden.

Filterkaffe hat 40 mg mehr Koffein, als eine Tasse Instant-Kaffee, also folglich 140 mg. Eine Dose Cola beinhaltet etwa 40 mg. Ein sehr starker Espresso schafft es auf bis zu 300 mg Koffein pro Tässchen.

Stillen und Kaffee

Auch während der Stillzeit sollte die frisch gebackene Mutter zwingend auf ihre eigene Ernährung achten, denn der Säugling, der sich ja von der Muttermilch der Mama ernährt, bekommt alles, was sie zu sich nimmt, eins zu eins übertragen.

Auch hier wirkt also das Aufputschmittel Koffein im Kaffee nicht nur den mütterlichen Organismus an, sondern auch den, des Kindes. Die Herzfrequenz legt einen Schritt zu, der Stoffwechsel kommt in Wallung. Es ist entsprechend nicht sinnhaft, abends nochmal einen Kaffee zu trinken um danach zu stillen. Dann könnte die kommende Nacht in der Tat lebhaft werden.

Zudem ist es so, dass Koffein in einer bestimmten Konzentration durchaus harntreibend wirkt. Zur Folge kann der Genuss also auch eine überlaufende Windel haben. Allerdings will ich darüber hinaus gern betonen dass der kleine Organismus dieses „Gift“ auch filtern und abführen muss.

Wann sind Kaffee oder Cola ratsam?

Nun kommt ein Satz, den ich wirklich ungern schreibe, der allerdings den Tatsachen entspricht: Meine Gynäkologin riet mir, nachts einen Schluck Cola zu trinken und nicht dauerhaft auf einen seichten Milchkaffee am Morgen zu verzichten. Grund: Die nächtliche Blutzuckersenke. Ich wurde gegen Ende der Schwangerschaft oft wach, weil mir im Schlaf schwindelig wurde. Daher dieser Rat. Selbstverständlich ist das allerdings auch kein Freibrief dafür, sich eine ganze Flasche Cola einzuverleiben.

Foto © Monkey Business – Fotolia.com

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