Welche Flaschen sind für mein Baby nach dem Stillen gut?

Flasche ist nicht gleich Brust und Flasche ist nicht gleich Flasche.

Das Stillen an sich ist liebevoll und innig, es festigt die Bindung zwischen Baby und Mutter. Nachdem es einige Wochen gedauert hat, bis man sich das Stillen für den Alltag angeeignet hat, ist ein gewisser Prozess vergangen. Das Baby bekommt den einen oder anderen Wachstumsschub und der Körper der frisch gebackenen Mama passt sich dem Bedarf des hungrigen Kindes an und produziert so mal mehr, mal weniger Muttermilch. Doch irgendwann kommt unweigerlich der Tag, an dem das Kind sich von der Brust entwöhnen und an ein Fläschchen gewöhnen wird. Bei dem einen früher, beim anderen später. Aber welche Flasche ist dann die richtige? Ist jedes Fläschchen für jedes Baby geeignet oder worauf sollte man achten?

Zwiemilchbabys

Zwiemilchbabys werden die Kinder genannt, die sowohl Muttermilch trinken, als auch Milch aus der Flasche, denn auch diese Variante des Stillens gibt es. Hierbei ist ein klarer Vorteil, dass Papa, Oma und Co. die frisch gebackene Mama etwas besser unterstützen können.
Dies schafft zeitlichen Freiraum, falls Mama beispielsweise doch wieder eher arbeiten gehen möchte oder einfach mal etwas Zeit für sich selbst oder gegebenenfalls die größeren Geschwisterkinder nutzen will.

Wie genau man sich und das Kind daran gewöhnt, beide Methoden zu nutzen, erkläre ich in einem separaten Artikel, denn hiermit sollte man sich schon genauer auseinander setzen.
Wichtig ist allerdings auch hier: Das Baby ist folglich in der Lage dazu, sich zudem auch an die Flasche zu gewöhnen, wenngleich das Mundgefühl ein völlig anderes ist.

Wieso soll das Mundgefühl ein völlig anderes sein?

Es gibt Kinder, die sich sehr gut an die Brust gewöhnen und dort auch hervorragend ansaugen können. Es gibt zudem auch ein wenig faulere Kids, aber prinzipiell hat sich die Evolution bei der „Verpackung“ der Muttermilch ja schon etwas gedacht.

Das merkt die werdende und danach frisch gebackene Mama selbst auch: Die Brustwarzenvorhöfe werden dunkler und vergrößern sich (Ja, das geht wieder zurück!) – das hat einzig einen Grund: Wenn das kleine Menschenkind das Licht der Welt erblickt, tut es auch nur genau das. Viel mehr kann es optisch noch nicht erfassen, denn auch sehen will gelernt sein und im Kugelbauch konnte der Augenstern das ja noch nicht üben. Die mütterliche, sich nun deutlich dunkler als sonst abhebende Brustwarze gilt somit als eine Art Zielscheibe.

So finden das Baby die Quelle und kann sich sättigen. Dabei nimmt es die Brustwarze der Mutter in den kleinen Mund, muss zunächst ansaugen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Dann geht es meist weiter mit recht großzügigen und schnellen Zügen, um den ersten, schlimmen Hunger zu besiegen. Die kleine Zunge agiert dabei fleißig mit, damit wird, durch Gegendruck gegen den harten Gaumen, sozusagen gemolken. Sanft massiert das Baby die Muttermilch in seinen Mund, schluckt ab und kleckert dabei selten (maximal mal ein Tröpfchen aus dem untenliegenden Mundwinkel) und atmet dabei oft schwer. Stillen ist für das kleine Menschenkind eine echte Anstrengung.

Und was ist nun anders an der Flasche?

Der Nuckel im oberen Bereich des Milchfläschchens wird – ganz gleich, wie hochwertig das Produkt ist – niemals derart weich sein, wie das natürliche Original: Die Brust. Die Form der Flasche ist also schon mal vorab nicht nachbaubar, das Baby braucht zudem aufgrund des festeren Materials auch mehr Kraft um trinken zu können.

Was muss ich beachten beim Kauf der Flasche?

Als wichtig erachte ich, dass die Flasche altersgerecht ist. Das heißt: Massenkauf bringt nicht viel, auf den Fläschchen im Handel gibt es stets – zu Recht – Altersangaben. Man erkennt auch ganz schnell Unterschiede in der Form der Sauger. Zu beginn sind diese ausgesprochen flach und dafür aber breit. Der kleine Kiefer und Gaumen des Kindes ist noch verhältnismäßig weich und dadurch leicht verformbar, was es zu vermeiden gilt.

Gerade für Kinds, die (vielleicht auch begünstigt durch die Flasche) mit Koliken zu kämpfen haben, die also zu viel Luft mitschlucken, gibt es richtige Antikolikflaschen. Oft kann man sogar schon Flaschen kaufen, wo nur Griff und Sauger ausgewechselt werden müssen und daraus dann später sogar ein Trinklernbecher entsteht.

Einen letzten kleinen Hinweis erlaube ich mir, aus eigener Erfahrung heraus: Beim Kauf von Fläschchen sollte zwingend darauf geachtet werden, dass sie auch wirklich in den Flaschenwärmer passen. Sonst wird das ein ärgerlicher Fehlkauf.

Foto © ManEtli – Fotolia.com

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