Wie stille ich wann ab?

Stillen ist intim und festigt die Mutter-Kind-Bindung, aber irgendwann ist eben auch damit Schluss.

Da kommt so ein phantastischer, kleiner Mensch zu Welt und erfasst uns mit jeder Faser, jeder Empfindung, jedem Atemzug und nimmt uns mit einem einzigen Wimpernschlag gänzlich ein. Danach kämpfen die frisch gebackenen Mamas, die plötzlich Sätze so gern beginnen mit „Meine Tochter übrigens…“ mit den Anfangskomplikationen beim Stillen. Wunde Brustwarzen sind ein großes Thema innerhalb der ersten Wochen, da wird das Baby gewogen und jedes Bäuerchen mit Wonne begrüßt und regelrecht erwartet. Dann kommt der erste Wachstumsschub, danach der zweite und jedes Mal muss sich die Brust wiederrum anpassen. Mitunter kann das ganz schön anstrengend sein. Doch jede Mutter, die selbst stillte, wird mir beipflichten wenn ich sage: Es gibt keine schönere Art, sein Baby zu ernähren. Doch irgendwann endet eben auch das…

Gründe für das Abstillen

Gesundheitlich betrachtet ist das Stillen die mit Abstand gesündeste Art der Ernährung eines Säuglings, denn nicht umsonst sind wir anatomisch dafür gemacht. Allerdings wird hierbei auch stets davon ausgegangen, dass die stillende Mutter sich maximal gesund ernährt und Medikamente ect. meidet.

Wenn die Kindsmutter nun selbst stark erkrankt ist und eine Medikamentengabe unabdingbar ist, sollte abgestillt werden. Gerade bei Medikamenten wie Chemotherapien wird dem Kind sonst dauerhaft geschadet, denn alles, was Mama zu sich nimmt, bekommt das Baby eins zu eins über die Muttermilch zugeführt.

Auch bei häufig hintereinander auftretender Brustentzündung sollte abgewägt werden, ob Freude oder Schmerz überwiegt. Stillen sollte kein Stress sein oder ausarten in ein logistisches Meisterwerk, sondern genossen werden – von Mutter und Kind.

Zudem gibt es auch Kinder, denen dann die Muttermilch nicht mehr genügt und die von sich aus latent verweigern. Das wird das Baby der entsprechenden Mama schon zeigen, man muss nur auf seinen Instinkt vertrauen. Und dieser funktioniert, wie beim Ammenschlaf auch, tadellos.

Wie beginne ich?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder das Kind entscheidet, wann das Stillen endet oder die Mama. Tut es das Kind, wird Mamas Brust weniger Muttermilch produzieren, weil die Nachfrage sinkt. Das passiert ganz automatisch und aus dem Bauch heraus.

Möchte die Mutter das Kind gern abstillen, geht auch das ganz sanft: Mittagessen und dann auch die Nachmittagsmahlzeit gibt es nicht mehr per Brust, sondern wird ersetzt. Da das Bäuchlein sich erst umgewöhnen muss ist es empfehlenswert, zunächst die Mittagsmahlzeit zu ersetzen. Dann stellt sich der kleine Mensch langsam um und „leidet“ maximal am Nachmittag unter Blähungen, kann dann aber nachts schon wieder ruhig schlummern. So kann man nach und nach weitere Mahlzeiten umstellen, bis letztendlich gar nicht mehr gestillt wird. Daran gewöhnt sich dann auch die Brust sehr gut, weil sie nur auf Nachfrage produziert.

Wann ist der ideale Zeitpunkt?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Im Allgemeinen wird empfohlen, mindestens ein halbes Jahr lang voll zu stillen. Das heißt also: Ohne zufüttern von Fertigmilch o.ä. Nach besagten 6 Monaten dann sollte mit ganz milden Obstbreichen begonnen werden zusätzlich. So kann man fließend umstellen ohne das Bäuchlein des Babys aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Mir wurde damals ausdrücklich empfohlen aufgrund eklatanter Allergiesymptomatik bei mir selbst, ein Jahr lang zu stillen. Das ging nicht, da mein Kind viel biss und die Zähnchen zeitig kamen. Ich hatte mir also 12 Monate vorgenommen und 7 davon geschafft und hätte auch gern weiterhin gestillt.

Es gibt auch Mütter, die über ausgesprochen lange Zeiträume stillen, das muss jeder für sich selbst entscheiden und es bedarf niemals und niemandem gegenüber einer Rechtfertigung diesbezüglich.

Und dann gäbe es noch so eine Art Mitteltyp: Stillen – ja, aber nur einmal am Tag, beispielsweise morgens als Wachkuschelritus. Das machen viele Mamas, bis das Kind bereits mehr als 20 Monate alt ist.

Fakt ist eins: Abstillen macht ein bisschen wehmütig, aber auch wieder ein Stück weit freier.

Mögliche Komplikationen

Ich glaube nicht, dass diese Frage oft gestellt wird, da ich allerdings die Antwort so interessant finde, stelle ich sie in den Raum: „Wie lange kommt denn nach dem Abstillen noch Muttermilch?“

Das wird sehr unterschiedlich sein, aber ich kann einen kleinen Einblick schenken, da ich meine Große so gern stillte, 7 Monate lang davon voll und danach eben langsam umstellte, da sie zahnte und ziemlich wild war beim Stillen.

Nachdem ich nun also meine Tochter entwöhnte, musste ich noch eine Weile abpumpen, dann irgendwann ging die Milchproduktion zurück, aber ein bisschen Muttermilch gab es doch immer noch, die ich beim Duschen einfach ausstreichen konnte. Um ein Baby satt zu bekommen, war das zu wenig, aber doch noch ein kräftiger Strahl. Den letzten Tropfen Muttermilch sah ich dann, als mein Kind inzwischen knapp 5 Jahre alt war. Das jedoch war derart wenig, dass man das im Alltag nie bemerkte, es schränkte mich nicht ein und ich musste auch nicht abpumpen oder ähnliches.

Achtet man nun darauf nicht, dass nicht nur das Baby, sondern auch die Brust langsam entwöhnt werden muss, kann es zum Milchstau und folglich zur Brustentzündung kommen. Auch kann, bei sehr viel Druck durch die überschüssige Milch, abgepumpt werden, um dies zu vermeiden. Diese Milch kann dann, wenn sie über ist, sogar in das Badewasser des Kindes gegeben werden und sogar eingefroren werden.

Foto © kobra78 – Fotolia.com

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