Wieso nehme ich trotz des Stillens nicht ab?

„Ich habe direkt im Anschluss nach der Geburt wieder in meine alte Jeans gepasst!“ – HASS! :) Das passiert derart selten wirklich, dass diesen Satz wahrlich keine Frau hören möchte. Denn das ist frustran. Für uns. Für die Mamas, die eben nicht wieder in die alte Jeans passen. Derart frustrierend sogar, dass die Hebammen bei den Rückbildungskursen, vor dem Babykrabbelnachmittag ausdrücklich die Mamas darauf hinweist, das nicht kund zu tun, die wirklich wieder in diese blöde alte Hose passen. Nun gucken wir nach der Geburt unserer phantastischen Kinder an uns herunter, mit dem Blick auf die Waage der schwer zu bewerkstelligen ist, weil der inzwischen leere und weiche Bauch uns beinahe die Sicht versperrt. Diäten fällt aus – wegen der Stillzeit. Warum ist das so? Wieso nehmen wir gefühlt ewig diese Pfunde nicht wieder ab?

Ist es denn wirklich so schlimm?

Es ist immer schlimm. Für jede Frau. Man fühlt sich mies, da spreche ich jetzt einfach mal aus meiner eigenen Erfahrung, weil man doch so glücklich sein sollte. Das Baby ist da und gesund und die Geburt vorüber und es ist wunderschön und duftet grandios und für einen selbst sowieso der mit Abstand hübscheste kleine Mensch auf Erden. Man kann sich kaum sattsehen und fotografiert jede vermeintliche Mimik.

Sich selbst mag Mama auf Bildern aber nun erstmal so gar nicht. Das Gesicht ist zu rund, ein Doppelkinn zeichnet sich ab. Und seien wir ehrlich: Ärmelfreie Oberteile gehen nicht! Der Winkearm ist peinlich, Cellulite bekommt man auch nicht nur am Po. Und dieser Bauch…eben war er doch noch so wunderschön, so prall, mit Leben gefüllt, ansehnlich, besonders, erotisch, glatt, auffällig und zauberhaft zu verpacken. Aber nun? Leere.

Wieso ich diese Text so demotiviert verfasse? Weil ich möchte, dass jede Mama versteht, dass es nicht nur ihr so geht.
Der Blick auf die Waage ist notwendig, aber wenig erfreulich binnen der ersten Monate nach der Geburt des Augensterns. Wo sich zuvor über jedes Gramm gefreut worden ist, schielt man nun nur noch notgedrungen auf die Anzeige.

Aber es heißt doch immer, man nimmt ab, während man stillt!

Richtig. Denn: Der Bedarf des mütterlichen Organismus liegt nun ja deutlich höher als normal, da sie ja noch einen kleinen Wurm ernährt mit ihrer Muttermilch. Diät ist während dieser Zeit untersagt, da sich sonst aus dem Gewebe der Mutter Giftstoffe freisetzen und über die Muttermilch auf das Kind übertragen können.
Nun nehmen also manche Frauen während der Stillzeit automatisch ab. Welche? Natürlich immer die anderen!

Nicht jede Frau ist gleich, der Hormonspiegel spielt hierbei ein wichtige Rolle und auch die Veranlagung.

Hungern während der Stillzeit schadet sowohl dem Baby, als auch der Mutter: Nährstoffe, die nun dennoch benötigt, aber nicht zugeführt werden, werden dem mütterlichen Körper entzogen, sodass das Kind nicht hungern muss. Fazit: Haar- und Zahnverlust können eine Folge sein.

Und wie viel sollte ich dann essen?

Ideal sind 5 bis 6 Mahlzeiten. Und damit meine ich eine wirklich sättigende Mahlzeit. Das ist der gesunde Weg, für Mama und Kind. Gewichtsreduktion sollte nach der Stillzeit in Angriff genommen werden. Und zwar langsam und gesittet.

Während der Stillzeit braucht es Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte, Nüsse. Eben auch Fett und Zucker, denn die Muttermilch soll ja nicht verwässern.

Sogar Schokolade und auch mal ein Burger sind total okay, solange diese „schlechten“ Lebensmittel nicht mehr als max. 20 % ausmachen. Es ist also noch Zeit zum Sündigen.

Bewegung wäre jedoch ein guter Anfang, das schadet niemandem. Während des letzten Schwangerschaftsdrittels wurde es immer schwieriger, sich gut zu bewegen, aber nun darf wieder losgelegt werden. Das heißt nicht, dass es ein täglicher 20-km-Marathon sein muss. Aber: Die Kinderwagenrunde darf großzügig sein, kleinere Strecken müssen nicht mit dem Auto zurückgelegt werden, die Füße tragen ja nun auch keine doppelte Last mehr.

Foto © Rostislav Sedlacek – Fotolia.com

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