33. Schwangerschaftswoche

Allmählich wird es beschwerlicher...

Die 33. Schwangerschaftswoche wird oft begleitet von Kurzatmigkeit, der Unfähigkeit, größere Mengen zu essen, manchmal tritt Sodbrennen auf und die Vorwehen halten Dich auf Trab. Hinzu kommt vermutlich allmählich, dass Du Dir tiefgründig Gedanken um die Geburt selbst machst, Dich damit beschäftigst und Dich beliest und Du wohlmöglich noch etwas Angst davor hast. Bei Letzterem hilft Dir vielleicht folgender Artikel.

Ich möchte wissen, wie sich Wehen anfühlen und welche Schmerzen mich erwarten

Tu Dir selbst den Gefallen und trenn Dich strikt von der Vorstellung einer Geburt, wie sie oft im Film passiert.

Häufig erzählen die frisch gebackenen Mütter von ihren Eindrücken, die meist enden mit dem Satz: „Aber das Endergebnis zählt und ab da war das alles gar nicht mehr so schlimm!“ (Aha. Also war es doch so schlimm, ja?)

Ich stellte damals, als ich mit meinem Kugelbauch unterwegs war fest, dass die weiblichen Familienmitglieder sich eher bedeckt hielten, was Erfahrungsberichte anging. Nun gab es zwei Möglichkeiten: Entweder es gibt eine Art geheimen Verschwörungskreis, der einst beschloss, den nachfolgenden Generationen maximal kleine Informationsbrocken vor die Füße zu werfen, um niemandem zusätzliche Angst einzujagen. Oder aber, die Frauen wissen den Großteil des Geburtsvorgangs nach so vielen Jahren einfach nicht mehr. Und ich, in froher Erwartung, konnte das kaum glauben, da man sich doch während der Geburt des eigenen Kindes jedes Detail einprägen muss. Selbstverständlich schon allein zu dem Zweck, mir nun davon berichten zu können.

Dieses sagenumwobene Schweigen machte mich etwas nervös, denn so schlimm kann das doch nicht sein?! (Ja, ich war nervös und unwissend und sog jede mögliche Information förmlich auf)

Was macht man dann? Ich suchte im Internet, Büchern, Foren usw. nach so einer Art Erfahrungsbericht oder Dokumentation. Fehlanzeige. Darüber selbst gibt es tatsächlich meines Erachtens ausgesprochen wenig Literatur, die nicht reinweg theoretisch ist.

Daher folgt hier ein kleiner Einblick

Ich nahm mir an dieser Stelle vor, Dir so viel Preis zu geben, wie ich kann. Denn ich erinnere mich sehr gut an die Neugierde, gerade in der Phase wo der Bauch bereits so groß ist und man sich schwer vorstellen kann, was einen erwartet.

Wehen sind sicherlich als Schmerz zu definieren. Aber: Abgesehen davon, dass Frauen ganz sicher unterschiedlich empfindlich sind, steht ganz klar fest, dass das kein Dauerschmerz ist.

Zwischen den Wehen hast Du eine Verschnaufpause. Und Du wirst sie, wenn Du in der 40. Woche soweit bist und Dir wirklich nichts sehnlicher wünschst, als Dein Baby endlich bewundern zu dürfen, jede Wehe als Fortschritt anerkennen. Denn letztendlich ist das, trivial erklärt, ein krampfartiges Zusammenziehen der Gebärmutter, um Dein Kind voran zu treiben.

Die Wehe selbst empfand ich als vergleichbar mit intensivem Regelschmerz. Der Bauch bäumt sich während einer Wehe unübersehbar nach oben. Er wird ganz fest und prall. Dieser Schmerz kann bis in den Rücken ziehen, beziehungsweise in die Nierengegend.

Es gibt Frauen, bei denen Wehen einhergehen mit Übelkeit, denn auch Dein Kreislauf wird strapaziert.

Ich schäme mich schon, wenn ich an den Einlauf denke

Wahrscheinlich hast Du Dich damit bereits befasst, wie Dein Kind eventuell zur Welt kommen soll. Geburtsbadewannen sehen gemütlich aus, warmes Wasser kann ja nur lindern.

An dieser Stelle betone ich, dass Du das bitte auch ruhig ausprobieren kannst, denn der Badewanne wieder zu entsteigen, ist Dir keineswegs verwehrt. Doch die meisten Frauen empfinden das dann, eingeschlossen ich selbst, als gar nicht so angenehm, wie zuvor angenommen.

Und dass zu Anfang ein Einlauf erfolgt, ist – versprochen – lächerlich. Ich habe mir davor auch Gedanken darüber gemacht und errötete bei dem Gedanken, aber das Ganze geht derart schnell und ohne große Umschweife, dass Du Dir absolut keine Gedanken um Scham machen musst. Abgesehen davon, halte Dir vor Augen, dass die Schwestern und Ärzte am Tag viele Kinder auf die Welt begleiten und nun wirklich schon mehr als nur diesen einen Einlauf vornahmen.

Du wirst eine kleine Menge Kochsalz appliziert bekommen, wobei Du einfach Hilfe benötigst, da Dein Kugelbauch und die Wehen Dich behindern würden. Sehr schnell wirst Du Den Drang haben, die Toilette aufzusuchen, bist jedoch dazu angehalten, das solange es eben geht, zu halten. Ich würde schätzen, dass das bei mir etwa 10 Minuten oder eine Viertelstunde ging.

Der Sinn und Zweck des Einlaufs ist der hygienische Hintergrund, denn gerade Presswehen können den unangenehmen Nachteil von spontanem Stuhlgang mit sich bringen.

Und warum redet niemand detailliert über die Geburt?

Dein Körper ist ein schlaues Ding: Endorphine werden während der Geburt Deines Kindes en masse ausgeschüttet. Das wiederrum hat zur angenehmen Folge, dass Du die Geburtsschmerzen in der Tat gar nicht so sehr wahrnimmst.

Und ja – es ist wirklich so, dass die Geburt und die damit einhergehenden Schmerzen in den Hintergrund geraten, sobald Dein Baby da ist. Der Weg ist hier das Ziel und die Wehen dein Anker, denn ohne sie geht es nicht weiter.

Jetzt folgt ganz sicher keine Abschlussfloskel á la „Ist doch nicht das erste Kind, was zur Welt kommt!“

Aber vertrau auf Deinen Körper. Du schaffst eine Geburt ohne große Verkrampfungen, wenn Du Dich mit dieser Angst davor auseinander setzt und Dir bewusst machst, wie viel Dein Körper bereits geschafft hat und dass die Geburt Deiner kleinen, großen Liebe den krönenden Abschluss und zugleich Anfang für ein mit Kinderlachen geprägtes Leben darstellt.

Foto © Brebca – Fotolia.com

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