Endlich bist Du da.

Ganz gleich, was Du zuvor darüber dachtest: Der erste Schrei wird Dich seelig weinen lassen.

Ein Dreivierteljahr lang wohnte Dein Baby in Deinem Bauch, unter Deinem Herzen, gewärmt, umsorgt, eingekuschelt. Mal wild strampelnd, zu Anfang so klein, dass Du es nicht spürtest. Vom Schmetterlingsflügelschlag im Unterbauch bis hin zur Geburt, kerngesund, toll entwickelt und derart süß, dass Zucker Dich beneidet. Aufrichtigen Glückwunsch!

Wie es Deinem Baby geht

40 Wochen lang wohnte Dein Baby in seiner engen, aber kuscheligen Einraumwohnung – Deinem Bauch. Es hörte ununterbrochen Dein Herz schlagen, Deine Stimme, war wohlig warm und recht dunkel eingepackt und nie allein. All das kannte Dein Kind von Anfang an.

Nun wurde es also durch einen engen Ausgang sanft in die Welt geschubst. Hier ist es hell, kalt und laut. Und so gar nicht kuschelig. Und hier gibt es so viel Platz!

Nach der Geburt direkt gibt es den ersten Schrei Deines Lieblings. Dieser bedeutet: „Hallo, da bin ich!“ Dein Kind atmet nun zum ersten Mal Luft. Die kleinen Lungen entfalten sich.

Ganz gleich, wie rot das Köpfchen durch die Geburtsanstrengungen sein mag oder wie faltig die Haut noch wirkt – nach einem Tag in dieser großen, weiten Welt, sieht es schon ganz anders aus. Rosige Wangen und der putzige Babyspeck rufen in Dir unheimlich viele Emotionen hervor.

Jeden Tag wirst Du erstaunt darüber sein, wie schnell das Antlitz Deines Babys sich verändert, die Züge klarer werden und die hübschen Augen immer wacher zu werden scheinen.

Dem ist auch so – nur etwa 20 Zentimeter weit kann Dein Kind nämlich noch gucken, daher empfiehlt es sich, dass Du ihm sehr nahe kommst, damit es Dich bzw. Deine Züge erkennen kann und sich daran gewöhnt, denn Deine Stimme kennt es schon und nun auch Deinen Duft.

Wie es Dir nach der Geburt geht

Du fühlst Dich euphorisch, lebendig, überglücklich. Beinahe jede Mutter weint beim ersten Schrei Ihres Babys – aus Erleichterung.

Dass Du eine immense körperliche Anstrengung hinter Dir hast, bemerkst Du jetzt gerade nicht. Man mag es Dir ansehen, aber Dein erschöpftes Lächeln wird jedes Deiner Dir nahestehenden Familienmitglieder beruhigen.

Irgendwann übermannt Dich jedoch ganz sicher die Müdigkeit. Schlaf. Solange Du kannst. Dein Kind wird es Dir vermutlich gleich tun.

Nun gibt es unsagbar viele schlaue Tipps, die Freunde, Angehörige oder Bekannte so geben wollen. So etwas wird, wie Du vielleicht bereits beim Lesen bemerkt hast, hier vermieden. Aber eine Sache will ich gern loswerden, weil sie so unheimlich wertvoll ist und ich davon sehr profitierte:

Lass Dich nicht verrückt machen oder stressen. Besuch kann auch später kommen. Es ich ganz gleich, ob alle drängeln, lass das einfach nicht zu. Du und Dein Kind müssen sich jetzt erst einmal erholen und kennen lernen.

Und Du musst erst verinnerlichen, dass Du plötzlich Mama bist. Mama. So wird Dich Dein Kind alsbald nennen. Du bist nun bis zum letzten Tag Deines Lebens verantwortlich für einen kleinen Menschen. Es kann durchaus sein, dass Dir das nun Angst bereitet. Aber auch das vergeht wieder. Deine Hormone werden sich einpegeln, ihr werdet ein perfekt eingespieltes Team werden, sobald ihr einen gemeinsamen Rhythmus gefunden habt, was sich ganz natürlich so entwickelt.

Du lehrst Deinem Kind viel mehr, als Dir eventuell bisher bewusst war. Nicht nur essen, reden, spielen, laufen oder lesen. Selbst das Schlafen wirst Du ihm beibringen. Denn auch das kann das kleine Geschöpf nicht, woher denn auch? Es gab keinen klaren Tag-Nacht-Rhythmus in Deinem Bauch.

Du wirst im Krankenhaus die Wahl zwischen Rooming-In und einem Kinderzimmeraufenthalt haben.

Und eins sei mal ganz klar gestellt: Du bist keine schlechte Mama, wenn Du Dich darüber freust, dass Dein Kind nachts bei den anderen Kindern im Kinderzimmer nächtigt und Du auf Deinem Zimmer zur Ruhe kommt. Je entspannter Du selbst bist, desto ruhiger wird auch Dein Kind all das wahrnehmen, was auf es einprasselt.

Du hast regelrecht Angst davor, wieder Heim zu müssen auf Dich allein gestellt zu sein?

Keine Panik, wenngleich das hier sehr leichtfertig klingt. Aber Du wirst erstaunt sein, wie gut ihr harmoniert. Dein Kind verwüstet keinen Haushalt und ganz ehrlich: Schmutzwäsche darf einfach mal in den Wäschekorb gestopft werden, das rennt nicht weg. Wenn Dein Baby am Tag viel schläft, leg Dich doch auch einfach mal hin. Immerhin hast Du eine Geburt hinter Dir.

Abgesehen davon verbietet es Dir der Ammenschlaf, richtig tief durchzuschlafen. Daher gönn Dir doch, zugleich mit Deinem Schatz, einfach mal einen Mittagschlaf.

Foto © michaklose – Fotolia.com

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